This website uses cookies. By continuing to use the website you consent to the use and storage of cookies on your device.
BILDUNGSCAMPUS HUBERTUSSTRASSE FUNKTIONSSANIERUNG - Wettbewerb (3.Platz)
ARCHITEKTONISCHE ASPEKTE
Der Entwurf versteht den Bestand als robustes räumliches Gerüst, das durch gezielte Eingriffe in eine offene, lichtdurchflutete und flexible Lernlandschaft transformiert wird. Es entsteht ein gemeinsamer Lern- und Lebensraum der die Autonomie der einzelnen Einrichtungen wahrt und zugleich Austausch, Orientierung und Gemeinschaft fördert.
Der Bestand aus 1960 besticht durch seine pragmatische Struktur und organisatorische Effizienz. Die Abfolge von Höfen verleiht dem Gebäude Maßstäblichkeit, Orientierung und Großzügigkeit, Qualitäten, die durch spätere Nachverdichtungen und Brandschutzmaßnahmen teilweise verloren gingen. Durch gezielten Rückbau und strategisch platzierte Öffnungen in der Tragstruktur wird diese Klarheit wiederhergestellt. Die bislang additiv wirkenden Gebäudeteile werden zu einer zusammenhängenden, durchlässigen Struktur für die drei Ausbildungsstätten verbunden.
Eine zentrale Rue Intérieure im Erdgeschoss bildet das räumliche Rückgrat des Campus. Sie ermöglicht eine intuitive Orientierung und erschließt alle gemeinschaftlichen Funktionen (Bibliothek, Speisebereich, Mehrzwecksaal, Departments). Die hochwertige Erschließung ist abwechslungsreich gestaltet, vernetzt Innen- und Außenräume und macht Bewegung, Begegnung und Lernen im Alltag räumlich erlebbar.
Am Schnittpunkt mit der zentralen Fläche entsteht eine neue Aula mit Atrium. Dieses bringt Tageslicht tief in das Erdgeschoss und in den darüberliegenden AHS-Turm. Neue Blickbeziehungen schaffen Großzügigkeit und Transparenz und stärken den zentralen Ort des Campus als identitätsstiftendes Herz.
Die Rue Intérieure führt entlang der Höfe und des Mehrzwecksaals bis in den großen Werkhof. Dieser wird zu einem aktivierten Lern- und Erholungsraum, nutzbar als Freiluftatelier, Pausenort oder Erschließung zu den Homebases. Das skulpturale Treppenelement verleiht dem Hof eine eigene Identität und lädt zum Verweilen ein. Alle Höfe erweitern als dreidimensionale Landschaftsräume die Innenräume und Erschließungsflächen um Licht, Ausblicke und Aufenthaltsqualitäten.
FUNKTIONALE ASPEKTE
Die gemeinschaftlich genutzten Departments für Kunst und Musik, die Verwaltung sowie zentrale Einrichtungen wie Speisebereich, Bibliothek und Sport sind im Erdgeschoss verortet. Damit liegen die wesentlichen Campusfunktionen für alle drei Einrichtungen gleichwertig, barrierefrei und effizient erreichbar. Kurze Wege fördern den Austausch und stärken das „Wir-Gefühl“ des Campus.
Die AHS ist im Turm 2 um das neue Atrium organisiert, die BAFEP im Turm 1 in unmittelbarer Nähe zum Praxiskindergarten und mit direkter Verbindung im ersten Obergeschoss. Jeder Turm hat eine großzügige vertikale Haupterschließung und damit eine eindeutige räumliche Adresse innerhalb des Campus.
Die Homebases sind im ersten Obergeschoss angeordnet und bilden die sozialen Anker der Sekundarstufe. Sie liegen sehr zentral, reduzieren Wege im Schulalltag und erhalten zugleich direkten Zugang zu potenziellen Freiflächen auf den Dächern. Die Homebases sind als abgegrenzte, zugleich flexibel zonierbare Bereiche konzipiert. Sie gliedern sich in lautere und leisere Zonen und können je nach Bedarf durch Möblierung, Spinde oder Wandelemente mehr oder weniger von den allgemeinen Erschließungsflächen abgetrennt werden.
Die Departments für Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik sind im Turm 1 im zweiten Obergeschoss zusammengefasst und bilden ein kompaktes MINT-Zentrum.
ASPEKTE DES SCHONENDEN UMGANGS MIT RESSOURCEN
Der Entwurf verbindet programmatische Effizienz mit hohem gestalterischem Anspruch. Das komplexe Raumprogramm wird weitgehend innerhalb des bestehenden Systemrasters organisiert. Die Tragstruktur wird nur dort verändert, wo dies einen klaren räumlichen Mehrwert erzeugt: zur Belichtung der Aula, zur Erhöhung der Durchlässigkeit im Erdgeschoss, zur Aktivierung zusätzlicher Höfe und zur Verbesserung der Erschließung der beiden Türme.
Flexibilität ist im robusten Tragwerk mit seinem durchgehenden Raster (4,8 und 2,4m) angelegt und wird im Innenausbau durch kreislauffähige Konstruktionen erweitert. Nichttragende, modulare Holzständerwände mit Dreischichtplatten, Holzlatteldecken und lösbare Bodenaufbauten sind reparierbar, demontierbar und wiederverwendbar. Der Innenausbau wird als Materiallager gedacht, dessen Komponenten in zukünftigen Umbauphasen erneut genutzt werden können. Um effiziente Raumgrößen zu erzielen werden wo notwendig neue Fenster mit fixen Pfosten (Systemraster 1,2m) eingebaut.
| Auftrag: | Vorentwurf |
| Größe: | 8773 m2 |
| Ort: | Klagenfurt (AT) |
| Jahr: | 2026 |