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Technologiepark Lavanttal - WETTBEWERB (1. Platz) IN ZUSAMMENARBEIT MIT Stoiser Wallmüller Architekten ZT GmbH und Studio LandForm
Der Technologiepark Lavanttal liegt an der neuen Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt. Als Wissens- und Innovationsstandort wird er zu einem wichtigen Impulsgeber für die neu entstehende Wirtschaftsregion AREA SÜD. Der 9 Hektar große Campus wird in den kommenden 30 Jahren von den neun umliegenden Gemeinden gemeinsam mit dem Land Kärnten entwickelt. Im Mittelpunkt stehen Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und die Forschung an innovativen Materialien.
Produktive Landschaft
Der Entwurf für den Technologiepark Lavanttal verfolgt einen konsequent kreislaufbetonten Ansatz. Eine produktive Landschaft unterschiedlicher Baum- und Pflanzenarten aktiviert das gesamte Areal gleich zu Beginn und informiert als Rohstoffbibliothek nachfolgende Forschungs- und Bauaktivitäten vor Ort. Ein ebenso robuster wie für zukünftige Entwicklungen offener Bebauungsplan gewährleistet Flexibilität in der Quartiersentwicklung. Kreislauffähige Konstruktionen, Vorfertigung und Low-Tech-Strategien reduzieren Ressourcenverbrauch und Lebenszykluskosten.
Das Areal des Technologieparks Lavanttal wird gleich zu Beginn als produktive Landschaft aktiviert. Durch Baumpflanzungen mit Unterpflanzungen nach dem Leitbild eines Agrarforstes wird eine Rohstoffbibliothek gebildet, aus der sukzessive Bäume und Pflanzen entnommen werden. Diese bilden Ausgangsstoffe für Forschung, Materialentwicklung und zukünftige Bauprozesse vor Ort. Am Ende des Lebenszyklus der Gebäude werden einzelne Bauteile weiterverwendet oder zerlegt – und bilden als Humus den Boden für neue Pflanzungen.
Bebauungsplan
Die vegetative wie bauliche Entwicklung des Areals ist in sieben Baustreifen gegliedert. Während die bauliche Entwicklung in Nord-Süd-Richtung geometrisch definiert ist, bieten die Baustreifen in Ost-West-Richtung größtmögliche Flexibilität für unterschiedlichste Nutzungen, Bautypologien und Anforderungen. Freizuhaltende Flächen je Baustreifen definieren darüber hinaus eine diagonale Abfolge zukünftiger Plätze, die den Bahnhof im Norden mit der Busstation im Süden des Areals verbindet. An die Plätze angrenzende Erdgeschoßzonen springen um vier Meter zurück und geben Raum für überdachte Gastgärten und Freiluft-Workshops. Die Bebauung selbst gliedert sich in eine zwei- bis dreigeschoßige urbane Sockelzone für Werkstätten und Labore, sowie in darüber liegende Hochpunkte mit bis zu sechs Geschoßen für Büros. Gemeinsam schaffen sie eine prägnante räumliche Identität.
Ein Szenario
Die konkrete Ausgestaltung des Bebauungsplans im vorliegenden Entwurf versteht sich als mögliches Szenario. Die diagonale Platzabfolge wird im Norden eingeleitet mit einer Heide- und Gräserlandschaft sowie einem markanten Entrée-Gebäude für Veranstaltungen und Ausstellungen. Kindergärten und Gastronomiebetriebe im Quartier sind ebenfalls entlang der Platzabfolge angelegt. Parkhäuser sind demontabel konzipiert und unmittelbar von der westlichen Zufahrtsstraße bzw. der Landstraße erreichbar, wodurch das gesamte Gebiet bis auf den Lieferverkehr autofrei gehalten werden kann. Plätze wechseln sich in befestigter und unbefestigter Qualität ab und bilden gemeinsam mit Patios, Dachterrassen und Balkonen ein differenziertes Angebot an öffentlichen, halböffentlichen und privaten Freiräumen.
Architektur
Die architektonische Ausgestaltung der Gebäude folgt einem robusten, modularen System mit wirtschaftlichen Spannweiten, das an unterschiedlichste Nutzungen anpassbar ist. Kreislauffähige Konstruktionen, Vorfertigung und Low-Tech-Strategien reduzieren den Ressourcenverbrauch und sichern langfristig wirtschaftliche Lebenszykluskosten. Begrünung, Verschattung und Energiegewinnung mittels PV-Elementen sind integraler Bestandteil der Fassaden und Gebäudehüllen. Heizung und Kühlung der Gebäude erfolgen über Geothermie und Bauteilaktivierung. Der Technologiecampus wird damit nicht nur ein Ort der Forschung, sondern selbst zum Demonstrationsort nachhaltiger Material-, Energie- und Baukreisläufe.
| Auftrag: | Städtebau, Entwurf, Planung I Visualisierung: ©Janusch |
| Größe: | 90775 |
| Ort: | St. Paul im Lavanttal (AT) |
| Jahr: | 2026-2056 |